Aktienmarkt eine „gewaltige Gewinnmaschine“

Hallo Leute! Egal, was der Dax macht - zum Börsenauftakt der zweiten Jahreshälfte erst mal eine volle Dröhnung Optimismus.

Ben

Die fand ich am Wochenende auf den Seiten des Online-Vermögensverwalters Scalable Capital. Und dabei stieß der alte Fuchs auf eine Formulierung, die er so noch nie gelesen hatte.

In einer wirklich total interessanten Geschichte geht es um gut fünf Jahrhunderte (!) Börsengeschichte, die ein britischer Anlagestratege einmal zusammengesetzt hat - in einem einzigen Chart. Der Kursverlauf beginnt bei den italienischen Renaissance-Kriegen am Anfang des 16. Jahrhunderts und reicht bis 2016. Dreißigjähriger Krieg, Französische Revolution, zwei Weltkriege, Große Depression, globale Finanzkrise: eine Zeitspanne voller dramatischer, schlimmer Ereignisse.

Was aber kommt aus Börsensicht dabei raus, wie sieht der Chart aus? Dazu heißt es plastisch: „Langfristig ist der Aktienmarkt einfach eine gewaltige, unzerstörbare Gewinnmaschine.“ Das liegt daran, dass Menschen immer nach Fortschritt streben. Mit Innovationen und neuen Produkten machen sie der Wirtschaft Dampf. Natürlich gibt es dabei auch Verlierer - Unternehmen, die im ökonomischen Wettbewerb untergehen. Aber die fallen bei den großen Börsenindizes rechtzeitig durchs Raster, weil die Indexmitglieder nach Marktkapitalisierung ausgewählt werden.

Nur: Börsenskeptiker kann der dauerhafte Anstieg nicht unbedingt beruhigen. Sie verweisen darauf, dass es zum Beispiel nach dem Schwarzen Donnerstag von 1929 rund 25 Jahre dauerte, bis die Ami-Indizes ihre alten Höchststände zurückeroberten. Das stimmt. Wenn man die Inflation berücksichtigt, waren es sogar 29 Jahre. Aber mit diesem Fokus überzeichnet man die Verlustgefahr drastisch.

Dazu wird ein Beispiel geliefert, dass genau mit meinen oft wiederholten Empfehlungen entspricht: Aktien sind die ideale Langfrist-Anlageklasse, ETFs (börsengehandelte Indexfonds) sind die idealen Instrumente für weitgehend selbstentscheidende Privatanleger.

Wer heute einen ETF-Sparplan abschließt und zehn oder mehr Jahre Zeit hat, braucht sich über Crashgefahren nicht den Kopf zu zerbrechen. Denn er zahlt sein Geld nicht am Hochpunkt ein, sondern monatlich. Damit würde er sogar eine Kurshavarie wie in den 1930er Jahren ohne finanzielle Blessuren überstehen, weil die Börse nach drei Jahren wieder nach oben drehte. Und selbst wenn jemand einmalig einen fixen Betrag auf einen großen Börsenindex setzt, braucht er schon eine gehörige Portion Pech, um auf Sicht von zehn Jahren einen Verlust zu machen. Merke: Der S&P 500 hat seit 1928 in 93 Prozent aller Zehn-Jahres-Perioden einen Gewinn abgeworfen!

Das heißt auch: Die Bedenken, die die meisten Bundesbürger gegenüber Aktien hegen, sind weit übertrieben. Aktien gehören trotz Kursschwankungen in jedes Portfolio, weil sie die Gewinnchancen steigern und zur Diversifikation dienen. Jo.