EZB-Chef Draghi katapultiert Eurokurs auf 2-Wochen-Hoch

Zentralbank-Präsident Mario Draghi hat sich zur Lage im Euroraum geäußert - und mit seinen Worten die Märkte durchgerüttelt.

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Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi zur wirtschaftlichen Situation und zur Entwicklung der Inflation im Euroraum haben am Dienstag zu abrupten Kursbewegungen an den Finanzmärkten geführt. “Alle Zeichen deuten nun auf eine Festigung und Verbreiterung der Erholung in der Eurozone hin“, sagte Draghi auf einer Notenbank-Konferenz im portugiesischen Sintra.

Auhorchen ließen vor allem Draghis Einschätzung zur Inflationsentwicklung. Die schwache Teuerung im Euroraum ist aus seiner Sicht auf zeitlich begrenzte Entwicklungen zurückzuführen. “Zwar gibt es immer noch Faktoren, die auf dem Inflationstrend lasten”, sagte Draghi. Zurzeit seien dies aber vor allem temporäre Faktoren, durch die eine Zentralbank normalerweise “hindurchsehen” könne.

In einer ersten Reaktion auf Draghis Äußerungen gewann der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert. Die Gemeinschaftswährung baute ihre Gewinne weiter aus legte auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1,1250 Dollar zu. Der Bund-Future fiel auf 164,87 Punkte von zuvor 165,32 Punkten. Der Dax hingegen rutschte tiefer in die Verlustzone und fiel zwischenzeitlich um rund 1 Prozent auf unter 12.650 Zähler, kletterte im weiteren Handelsverlauf aber wieder in Richtung 12.700 Punkte.

Draghi zufolge ist ein erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Lockerung allerdings immer noch erforderlich, damit die Inflationsdynamik dauerhaft und selbsttragend wird. Daher sei Beständigkeit in der Geldpolitik wichtig. Gleichzeitig sei aber auch Umsicht wichtig. “Wenn die Konjunktur anzieht, werden wir graduell vorgehen müssen, wenn wir unsere geldpolitischen Parameter anpassen”, sagte der Italiener. So will die EZB sicherstellen, dass der geldpolitische Stimulus bei fortbestehenden Unsicherheiten die Erholung weiter unterstützt.

onvista/dpa-AFX/Reuters

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