Übernahmegerüchte schieben Stada-Aktie Richtung Rekordhoch

Die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven könnten schon bald ein neues Angebot für Stada vorlegen. Für die Stada-Aktie geht es bereits wieder aufwärts.

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Der Übernahmekampf um den Pharmakonzern Stada könnte bald in eine neue Runde gehen. Nur wenige Tage nach der gescheiterten ersten Offerte bringen sich Bain Capital und Cinven wieder in Stellung. Die beiden Finanzinvestoren erwägen, bei der Finanzaufsicht einen Antrag auf Befreiung von der einjährigen Sperrfrist zur Abgabe eines erneuten Übernahmeangebots zu stellen, teilte Stada am Dienstag mit.

Die Stada-Aktie beflügelte die mögliche Wendung in Übernahmekamp. Die Papiere stemmten sich am Dienstag gegen den schwachen Gesamtmarkt und stiegen um rund 2,5 Prozent. Mit rund 64 Euro rückten sie wieder in Richtung ihres Rekordhochs von 66,50 Euro, auf das sie Mitte Mai geklettert waren.

Der Arzneimittelhersteller prüft jetzt, ob er dem Antrag zustimmen würde und will dann die Öffentlichkeit weiter informieren. Laut Gesetz können Bain und Cinven eigentlich erst 2018 ein neues Angebot vorlegen. Wenn Stada einen neuen Anlauf unterstützt und die Finanzaufsicht Bafin zustimmt, ist dies aber auch früher möglich.

Falls Stada und die Finanzaufsichtsbehörde dem Antrag zustimmen würden, wäre der Weg für eine neue Offerte von Bain und Cinven frei. Beide waren erst vor wenigen Tagen mit dem ersten Gebot über 66 Euro je Aktie, das Stada inklusive Schulden mit etwas mehr als 5,3 Milliarden Euro bewertet hatte, knapp gescheitert.

Das Investorenduo verfehlte die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent allerdings nur um rund 2 Prozentpunkte, so dass schnell die Gerüchte über eine neue Offerte die Runde machten. Stada selbst, die bis zuletzt für die Übernahme geworben hatte, hatte sich Ende Juni offen dafür gezeigt.

Dabei könnte ein neues Angebot schnell kommen, womöglich noch diese Woche, wie die "Financial Times" auf ihrer Webseite schreibt. So sei eine Zustimmung von Stada und Bafin innerhalb von 48 Stunden möglich.

Dabei berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise, dass der Preis bei 66 Euro je Aktie bleibe, jedoch die Mindestannahmeschwelle auf 65 Prozent oder darunter gesenkt werden könnte. Zudem wäre eine verkürzte Andienungsfrist möglich. Sprecher von Cinven und Stada wollten dies nicht kommentieren, Bain Capital war für eine Stellungnahme kurzfristig nicht erreichbar.

onvista/dpa-AFX  

Foto: Stada